Filmisches Uferporträt mit der Braut im wehenden Schleier und ihrem Partner hinter ihr.

VENICE + TUSCANY, ITALY43°23′17.2″ N, 11°27′30.3″ E · AUGUST · ELOPEMENT

THE LONG WAY SOUTH

Bevor ich ankam, hatten sie den Plan längst über den Haufen geworfen.

Eigentlich wollten sie in den USA heiraten. Stattdessen hatten sie zwei oder drei Tage vor unserem Treffen spontan am Gardasee geheiratet. Das erfuhr ich morgens um fünf in Venedig.

Hätte ich das gewusst, wäre ich natürlich schon an den Gardasee gekommen. Logisch.

Ich wusste nur, dass sie Venedig haben wollten, bevor dort ein paar tausend Menschen herumlaufen. Also fingen wir zum Sonnenaufgang an. Er hatte ein Boot gemietet. Sie war völlig übermüdet. Ich hatte nach einem verspäteten Flug und einem verpassten Anschluss in Wien vielleicht vier Stunden geschlafen. So richtig betriebsbereit war noch niemand von uns.

Bis dahin hatte ich fast alles mit ihm geplant. Sie habe ich eigentlich erst auf dem Boot kennengelernt.

Ich hatte vorgeschlagen, daraus zwei Tage zu machen. Venedig und die Toskana an einem Tag klangen für mich ziemlich bescheuert. Sie lebten in den USA und hatten offenbar ein anderes Verhältnis zu Entfernungen.

Er fuhr. Sie schlief. Ich unterhielt mich mit ihm. Als wir uns später am Borgo San Felice wiedertrafen, wussten wir ungefähr, was wir voneinander erwarten konnten, und alles war ziemlich entspannt.

Einen Tag später nahmen sie mich noch weiter mit in den Süden und warfen mich irgendwann in Rom raus. Sie kümmerten sich um mich, bewarfen jedes praktische Problem mit Geld und behandelten Italien wie einen Roadtrip mit Hochzeitskleid auf der Rückbank.

Wären zwei Tage entspannter gewesen? Ja. Hat es an einem Tag funktioniert? Auch ja. Ich halte zwei Tage trotzdem für die vernünftigere Idee.

Diese After-Wedding-Session begann zum Sonnenaufgang in Venedig und ging am Abend am Borgo San Felice in der Toskana weiter. Das Paar hatte wenige Tage zuvor allein am Gardasee geheiratet und machte aus den Hochzeitskleidern anschließend einen Roadtrip durch Italien. Wer ein Elopement in Italien plant, sieht hier, was möglich wird, wenn der Ablauf dem Licht folgt und nicht einer üblichen Hochzeitstimeline: Venedig vor den Menschenmassen, ein Boot für die Wege durch die Stadt, Mittagspause statt schlechtem Licht und die Toskana am Abend. Ich würde die Strecke trotzdem auf zwei Tage verteilen. Mehr Schlaf und mehr Platz für alles, was zwischen den Bildern passiert.

Bereit für eure eigene Geschichte?

Kontakt aufnehmen