Anna breitet ihr Kleid hinter Nahuel für ein inszeniertes Porträt aus.

SAN MIGUEL DE ALLENDE, MEXICO20°54′55″N 100°44′38″W · NOVEMBER · LOVERS SESSION

THE PHOTOGRAPHS WERE NOT

Die Hochzeit war vorbei. Mit den Bildern waren wir noch nicht fertig.

Anna hatte meine Bilder ungefähr ein Jahr lang auf Instagram verfolgt, bevor sie mir schrieb. Sie zeigte Nahuel die Website, die beiden saßen über eine Stunde davor und beschlossen: Falls sie irgendwann heiraten, soll ich dabei sein. Das war vor dem Antrag. Bevor sonst jemand wusste, dass es überhaupt eine Hochzeit geben würde. Ich erfuhr davon erst, als ihre Anfrage in meinem Postfach landete.

2010 bin ich mit dem Rucksack durch Guatemala, Nicaragua, Panama und Costa Rica gereist. In Mexiko war ich vorher nie gewesen, also wäre es geografisch ein bisschen Quatsch, das ein Zurückkommen zu nennen. Es fühlte sich trotzdem so an. Irgendetwas daran, wieder in diesem Teil der Welt zu sein, war sofort vertraut.

Die beiden sind selbst Hochzeitsfotograf:innen. Das verändert das Gespräch. Anna und Nahuel haben in San Miguel de Allende groß geheiratet, in der ersten Planung mit 70 bis 100 Gästen. Nach einer zusätzlichen Session fragten sie schon in ihrer ersten Mail. Sie wussten ziemlich genau, was ein Hochzeitstag mit Zeit macht. Er frisst sie auf.

Die Porträts waren ihnen wichtig genug für einen zusätzlichen Tag. Das waren keine heimlich abgezwackten Minuten während eines ruhigen Elopements. Die Bilder entstanden danach, weil manche Ideen mehr brauchen als die Lücke zwischen Trauung und dem nächsten Programmpunkt. Und weil es ein bisschen seltsam werden darf, sobald das offensichtliche Bild im Kasten ist.

Anna und Nahuel hatten die kleine Kapelle immer für sich behalten. Obwohl sie selbst Hochzeiten fotografierten, hatten sie nie ein anderes Paar dorthin mitgenommen. Die Kapelle war nur für sie. Sie sah aus, als gehöre sie in einen Film von Quentin Tarantino. Genau deshalb liebten sie den Ort.

Ich hab entweder eine angeborene oder eine angelernte Abneigung gegen Cops. Keine Ahnung, was davon stimmt. Sicherer fühle ich mich jedenfalls selten, wenn welche auftauchen.

Während wir die letzten Bilder machten, die Hand vor dem Auge und dann die beiden beim Weggehen, hielt die Polizei neben uns. Ob wir wüssten, dass die Gegend wegen der Kartelle nicht sicher sei. Wir sollten bitte aufpassen.

Super. Cops und Kartelle. Genau die Beruhigung, die ich gebraucht hatte.

Wir packten ein und fuhren.

Anna und Nahuels Geschichte zeigt eine weitere Möglichkeit, mit einem Elopement Fotografen in San Miguel de Allende zu arbeiten. Ihre Hochzeit selbst war groß und kein Elopement. Weil die beiden Fotograf:innen mehr Raum für ihre Porträts wollten, trafen wir uns an einem zusätzlichen Tag für eine Lovers Session. Ohne Ablaufplan und wartende Gäste hatten wir Zeit für cineastische und dokumentarische Fotografie. Für Paare, die ein Elopement oder eine Lovers Session in San Miguel de Allende planen, ist vor allem eines relevant: Genug Zeit verändert, welche Bilder möglich werden.

Bereit für eure eigene Geschichte?

Kontakt aufnehmen